Dienstag, 11. November 2008
Was ist eigentlich Glaube?
Ich bin nicht sehr religiös, habe aber Respekt vor Menschen die glauben können.
Wird der "Glaube" anerzogen? Wird er von den Eltern an die Kinder vererbt? Muss es immer in Verbindung mit Religion und Kirche sein? Nein, muss es nicht! Ein "Glaube" ist für jeden Menschen auf dieser Welt, eine ganz eigene, absolut intime, von nichts und niemand zu beeinflussende Angelegenheit.
Für mich stellt sich "Glauben" ganz einfach dar! Wir Menschen können alles, was wir nicht wissen, eben nur glauben! Glauben ist uns also, wie luftholen und trinken angeboren.
Wir wissen durch unsere wissenschaftliche Forschungen sehr viel. Doch das Leben, wie wir es definieren, ist auf dieser uns bekannten Welt nicht aus uns und durch uns selbst, entstanden! Es waren uns unbekannte, andere Kräfte, Mächte oder Zufälle, die das Leben geschaffen haben.
Unsere Vorfahren glaubten noch an ganz andere "Höhere Mächte" wie wir! Sie wussten einfach nicht, "Wer oder Was" z. B. bei einem Gewitter da oben grollte. Oder "Wer" da mit mit einem Blitz einen Baum spaltete und ihn in Flammen setzte. Sie hatten ganz einfach Angst! Woraus sich ein tiefer, heiliger Respekt für die Natur und ihre Gewalten entwickelte. Für andere unterentwickelte Völkergruppen gilt dies in gleicher Weise bis heute.
Wir haben seit dem ausgehenden Mittelalter einen riesigen Sprung an Erkenntnissen in Wissenschaft und Forschung gemacht. Blitz und Donner kann uns nicht mehr schocken.Trotzdem wissen wir immer noch sehr wenig.
Ich spreche unter der Rubrik Fragen an die Wissenschaft in meinem Weltbild von der Unendlichkeit des Universums. Das setzt sich natürlich fort, wenn wir uns fragen: "Was ist denn dort, wo der Weltraum zu Ende ist? Nichts? Unendlichkeit? Ist die Zeit da zu Ende? Oder nahm sie dort ihren Anfang? Fallen unsere Raketen oder Raumschiffe da runter?"
Unsere Vorfahren glaubten das von ihren Schiffen, als sie die Erde noch für eine Scheibe hielten! Ist dort die Hölle? Ist da Gott?"
Keiner kann es mir sagen. Niemand weiss wie sich das "Nichts" anfühlt, oder wie "Unendlich" (die Bibel sagt Ewigkeit) aussieht? Und niemand kann mir sagen, wo "Gott?" ist. Wir spüren zwar eine Art "Nichts", wenn wir etwas verloren haben. Oder wenn das Geld alle ist. Etwas ist nicht mehr da. Ein verlorener Gegenstand, ein verstorbener lieber Mensch! Das spüren wir! Das tut weh! Das schnürt uns die Kehle zu!Auch ungesalzene Kartoffeln können nach "Nichts" schmecken, behaupten wir jedenfalls! Aber eine wirkliche Vorstellung von "Nichts", "Null" oder "Unendlichkeit" (Ewigkeit) haben wir nicht. Wir müssen es einfach glauben.
Wir Techniker und Naturwissenschaftler, also Physiker, Chemiker und Mathematiker machen es uns einfach. Wir haben uns Modelle geschaffen. Sie funktionieren auch ganz gut, aber eben nur als eine Lernhilfe.
Mit einem Atommodel lässt sich so einiges in der Physik ganz gut erklären. Es gibt es so in der Wirklichkeit aber nicht. Wir haben längst ganz andere Abläufe erkannt.
Mit dem Benzolring hat man ein gutes Hilfsmittel, Chemie logisch darzustellen. Aber es ist nur der Versuch die chemischen Abläufe zu erklären. Was da wirklich passiert müssen wir einfach glauben.
Die Mathematiker (z.B. Leonard Euler) legten fest, eine beliebige Zahl durch Null geteilt ist Unendlich (heute definiert man es etwas anders, spielt aber für dieses Thema keine Rolle). Das kann zwar keiner beweisen! Aber wer es nicht glaubt, kann nicht weiterrechnen, kommt zu keinem vernünftigen, nach bisherigen Erkenntnissen, logischen Ergebnis.
Das System Mensch ist also mit seinen Sinnen, seinem Gehirn garnicht fähig Unendlichkeit, Ewigkeit oder Nichts zu erfassen. Kein Mensch auf dieser Welt hat also je ein "Nichts" gesehen, und auch keine "Unendlichkeit". Kein Mensch auf dieser Welt hat je gesehen, was nach dem "Tod" folgt. Wir wissen nicht welche Räume unsere geistigen Reste betreten, wenn unser irdisches Leben zu Ende ist. Die Kirche sagt "Seele"! Doch die hat auch noch niemand gesehen.
Wir müssen also hoffen und glauben um weiter denken, arbeiten und leben zu können. Glauben scheint viel wichtiger als Wissen, denn Wissen ist ja immer begrenzt!
"Da bin ich mit meinem Latein am Ende!" heisst es dann. Glauben ist also etwas, worauf wir angewiesen sind. "Ich glaube so könnte es gehen, versuchen .wir es einmal!" heisst es hier.
Ohne Versuch und ohne Irrtum gibt es keine Entwicklung. Nur die Ungewissheit löst Forscherdrang aus. Die grossen Entdecker, Forscher oder Wissenschaftler hätten nie etwas entdeckt, hätten sie vorher nicht daran geglaubt, und auch das Scheitern in Kauf genommen!
Wissen muss man erlernen. Vom Einmaleins bis zum Studium muss alles in unser Gehirn hinein trainiert und gebüffelt werden. Glauben erwerben wir anders. Der Glaube kommt zu uns als Geschenk! Glauben ist die Hingabe, sich für "Etwas" öffnen zu können. Glauben heisst, eine dargebotene "Kraft" anzunehmen und zu nutzen. Glauben heisst, sich einer geschenkten Liebe hinzugeben und sie zu erwiedern!
Glauben ist also eine notwendige Hilfe, die uns am unwegsamen Strand des Lebens und auch in die dunklen Fluten des Todes, begleitet.
Wie oft habe ich in Lebenskrisen gefragt : "Wo warst Du, meine Kraft, mein Glaube, mein Gott, als ich Dich brauchte, ich sehe zeitweise nur eine Spur auf dem Pfad meines Lebens?" Ich hörte Ärzte sagen: "Wir haben "Alles" getan! Nun müssen sie "Glauben!"Als es überstanden war, hörte ich im Traum: "Schau nur genau hin, es ist meine Spur! Ich habe Dich getragen, als Du nicht mehr laufen konntest! Dein "Glaube" hat Dir geholfen!"
Glauben heisst also auch, sich niemals allein zu fühlen. Für mich ist immer "Etwas" da. Immer ist "Etwas" da, mit dem ich sprechen kann, mich anvertrauen kann, bitten "beten" kann!Glauben heisst also, auch dann noch einen Sinn zu erkennen, wenn das Schicksal mal wieder zugeschlagen hat!
Glauben heisst also auch, bereit zu sein, dieser Kraft zu vertrauen!
Glauben heisst aber auch, einen geliebten Menschen loszulassen. Dem Schicksal nicht im Wege zu stehen. Einem verstorbenen, geliebten Menschen seine Ruhe zu lassen. Ihn nun in "Guten Händen" zu wissen und nicht vergessen! Die gleiche Liebe aber den noch lebenden schenken. Nur so kann ein geordnetes, glückliches Dasein weitergehen.
Dabei ist es völlig gleichgültig, womit wir unseren Glauben verbinden! Nennt es Gott, Jesus, Allah, Budda, Shiva oder Manitu. Oder nennt es Natur, Zukunft, Zeit, Unendlichkeit, Ewigkeit. Aber geht nicht denen auf den Leim, die da behaupten, die alleinigseligmachende Vertretung zu sein! Was ein Mensch glaubt ist seine intimste Sache! Dein Glaube ist ganz allein Deine Entscheidung, niemals die eines anderen! Erkennt, in Euren Kirchen, Eurem Glauben oder anderer religiöser Gemeinschaft eine Herberge am Lebensweg!
Es ist also lebenswichtig und auch sterbenswichtig, dass wir glauben können! Wer nicht an "Etwas" glauben kann, hat alle Hoffnung verloren, glaubt auch nicht an sich selbst!
Das dürft ihr mir ruhig glauben!
Horst Heinrich Kröpke
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